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Robert-Koch-Institut aktualisiert Datenbank zu Antibiotika

Verantwortlicher Autor: U. Rembor Berlin, 27.08.2017, 20:32 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Eugen Rembor Bericht 3517x gelesen

Berlin [ENA] Berlin – Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die interaktive Datenbank „Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS)“ aktualisiert. Demnach stehen nun Daten von 2008 bis 2016 zur Abfrage zur Verfügung. Die ARS ist ein Surveillance-System, in das Daten aus der Routinediagnostik von mikrobiologischen Laboratorien eingehen. Ziel ist es, Referenzdaten zu Antibiotikaresistenzen im stationären und ambulanten Bereich

bereitzustellen. Dazu können Nutzer neben Erreger- und Antibiotikakombinationen auch weitere Parameter wie Versorgungsbereich, Region, Materialgruppe, Fachrichtung auswählen und auswerten. „In ARS wird der Anteil resistenter Isolate in Bezug auf alle getesteten Isolate berech¬net. Aus den Daten kann daher nur eine Aussage zur Resistenzsituation getroffen werden und keine Aussage zur Häufigkeit bestimmter Infektionen im klinischen Alltag“, betonen die RKI-Wissenschaftler auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblattes. Dem RKI zufolge unterscheiden sich die Entwicklungen der Resistenzsituationen nach Bakterium und Antibiotikum.

Trends ablesbar Das RKI beobachtet nach eigenen Angaben bereits seit mehreren Jahren einen rückläufigen Trend bei Staphylococcus aureus (MRSA). Dieser Trend zeige sich auch bei der Betrachtung von Nachweisen aus Blutkulturen. So lag laut RKI die Oxacillin-Resistenz bei MRSA für alle klinischen Materialien (Blutkulturen und andere) im stationären Bereich 2015 bei 16,4 Prozent, 2016 waren es 15,0 Prozent. Auf der anderen Seite war die Resistenz von Escherichia-coli-Isolaten gegenüber dem 3. Gene¬rationscephalosporin Cefotaxim mit 11,9 Prozent 2015 niedriger als 2016 (12,7 Pro-zent). Bei anderen Resistenzen ermittelte das RKI vergleichbare Werte für 2015 und 2016.

So ist etwa der Anteil von Klebsiella-pneumoniae-Isolaten, die gegenüber dem Carbapenem Imipenem resistent sind, in Deutschland weiterhin gering. Er lag 2015 bei 0,2 Prozent und 2016 bei 0,3 Prozent. Analyse mit Vorsicht „Eine Analyse der Veränderung der Resistenz über mehrere Jahre muss jedoch mit Vorsicht durchgeführt werden, da die Population der teilnehmenden Labore und damit der teilnehmenden Einrichtungen von Jahr zu Jahr schwankt“, betonten die RKI-Wissenschaftler. Daher sei nicht direkt ersichtlich, ob eine Schwankung bei der Resistenz tatsächlich aufgrund einer veränderten Resistenzsituation oder aufgrund von Schwankungen der Stichprobe entsteht.

Grundsätzlich sei jedoch im stationären Bereich oft ein höherer Anteil resistenter Isolate zu finden als im ambulanten Bereich. „Dies ist aber kaum verwunderlich, da stationär aufgenommene Patienten im Durch¬schnitt schwerere Erkrankungen und damit mehr Risikofaktoren für eine Antibiotika¬resistenz aufweisen“, so die Forscher. Dem RKI zufolge stehen in Deutschland noch für fast alle Infektionen Antibiotika zur Verfügung. Global betrachtet sei das Problem in einigen Regionen der Welt größer. Durch die zunehmende Globalisierung bestehe zudem immer auch das Risiko, dass sich resistente Erreger weltweit verbreiten.

Humanmedizin, Tiermedizin, Umwelt¬medizin – hinweg zusammenzuarbeiten, um jedem Menschen den Zugang zu wirksamen Antibiotika zu bieten. Auf gut Deutsch: Eines der größten Probleme in Krankenhäusern sind resistente Bakterien die zu Infektionen führen. So erkranken und sterben immer wieder Patienten an Infektionen die sie sich erst im Krankenhaus zugezogen haben, und nicht etwa an der Verletzung oder Krankheit wegen der sie eingeliefert wurden! Die Bekämpfung dieser Bakterien kostet Krankenhäuser enorm viel Geld – einerseits für die eigentliche Infektionskontrolle, andererseits für die Behandlung zusätzlich erkrankter Patienten und an Schadensersatzklagen von Patienten welche sich im Krankenhaus eine Infektion zugezogen haben.

Die größte Einzelursache für Infektionen im Krankenhaus ist mangelhafte Hände-Desinfektion. Die bisherigen Hand-Desinfektionsstationen sind zwar bessere Waschbecken mit Spender für Seife und Desinfektionsmittel, geben aber weder Feedback darüber ob die Hände wirkungsvoll desinfiziert wurden, noch zeichnen sie auf wer wann wie desinfiziert hat. Dadurch wird eine Nachverfolgung der Überträger unmöglich. Eine bahnbrechende Erfindung kommt jetzt von der Leipziger Firma Integromed:

Das auf den Bau von Operationssälen und Intensivstationen spezialisierte Unternehmen hat eine chirurgische Hände-Desifektionsstation entwickelt, die über ein Display Anleitung zur korrekten Desinfektion gibt, über einen Timer sicherstellt dass ausreichend lange desinfiziert wird, und das Ganze für die Qualitäts- und Hygienekontrolle zur Nachweis aufzeichnet. Dazu bietet eine eingebaute UV Lampe die Möglichkeit zur Nachkontrolle. Das Gerät ist nicht weniger als genial, und man fragt sich warum da noch nicht früher jemand darauf gekommen ist. Informationen über „SensoClean“ gibt es bei www. Integromed.de

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