Freitag, 24.11.2017 02:46 Uhr

Weinwirtschaft Leipzig - ein großes Aber

Verantwortlicher Autor: U.Rembor Leipzig, 14.09.2017, 11:27 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Eugen Rembor Bericht 3452x gelesen

Leipzig [ENA] Ich liebe es wenn Profis arbeiten. Deshalb liebe ich die Weinwirtschaft. Abgesehen von der schönen Lage und den guten Parkmöglichkeiten ringsum, spürt man schon beim Betreten der Weinwirtschaft, dass hier Vollprofis am Werk sind. Das Lokal ist geschmackvoll und gemütlich eingerichtet und blitzt vor Sauberkeit. Durch die Showküche kann man den Köchen bei der Arbeit zusehen und sich davon überzeugen,

wie perfekt es hier zugeht. Die Bedienung kommt prompt, sieht adrett aus und lächelt – ein Umstand der heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich ist. Die Weinkarte ist, wie hier zu erwarten, umfangreich, die Speisekarte zeigt durch Umfang um Komposition dass hier frischest gekocht wird, und saisonal. Service, Getränke und Speisen sind perfekt. Mein Elsässer Flammkuchen ist genauso, wie er sein soll, der Wein a point temperiert, die Käseplatte zum Dessert traumhaft. ABER: Die Preise hier sind leider komplett an den Haaren herbeigezogen und verhindern bei Menschen mit einem Einkommen aus ehrlicher Lohnarbeit, Stammgast zu werden.

Sehr gut aber definitiv überteuert

So löhne ich für ein Glas 0,2 Weißwein € 10,20 – gut, das Glas war gut eingeschenkt, aber für uns Pfälzer und jeden durstigen Gast sind 0,2 nicht mehr als ein nasses Glas, eine Schluckimpfung. Man kann hier Weine kaufen und mitnehmen. Das ist klasse. Und daran darf der Wirt auch was verdienen – muss er ja, und das ist legitim. Ich nehme an dass der Aufschlag bei einer Flasche Wein – wie bei Getränken üblich – 100 % beträgt. Das muss so sein, denn dafür kann man bei Speisen nicht so viel aufschlagen wie man müsste um den Einkauf der Ware, Zubereitung und nicht verkäufliche Teile von Fleisch und Beilagen abzudecken. Deshalb macht ein Restaurant den Umsatz und den Gewinn mit den Getränken.

Kann jeder nachvollziehen der der Preis einer Flasche Bier oder Schnaps im Laden kennt und überlegt, was er im Lokal dafür bezahlt. So kostet eine Flasche Wein zum Mitnehmen in der Weinwirtschaft sagen wir mal € 8.- Fair und okay. Wer das nicht will, kann ja im Supermarkt kaufen. ABER: Die gleiche Flasche in der Weinwirtschaft konsumiert, kostet einen Korkgeldaufschlag von € 18.- - in Worten achtzehn. Aufschlag. Also nicht dass eine Flasche € 18.- kostet, sondern sie kostet den Einkaufspreis plus 100 % Aufschlag Gewinnspanne plus € 18.- Und das ist nun wirklich völlig inakzeptabel. Gerade wer eine Flache bestellt, müsste eigentlich weniger bezahlen, denn die Bedienung muss weniger oft laufen und nachschenken.

Und an Arbeit fällt genau an die Flasche zu öffnen und ein Glas zu spülen. Korkgeld ist ursprünglich erfunden wurden, um den Wirt für den Verdienstausfall zu entschädigen, wenn selbst mitgebrachte Getränke konsumiert werden, und das ist völlig in Ordnung. Es wurde aber nicht erfunden um es auf den ohnehin gut kalkulierten Wein den der Gast im Lokal kauft, nochmal drauf zu knallen und den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Üblicherweise werden zwischen € 3 und € 5 pro Flache berechnet, und das ist völlig in Ordnung um Service und Gläser abzudecken.

Auch die Preise für das durchweg hervorragende Essen liegen dennoch durchgängig jenseits der Schmerzgrenze. Ein original Elsässer Flammkuchen kostet durchschnittlich zwischen € 8.- und € 10.- und wird in der Weinwirtschaft für satte € 13,90 verkauft, für ein paar Ecken Käse zum Nachtisch wird der gleiche Betrag fällig. Das ist selbst objektiv, einfach zu viel. Fazit: Die Weinwirtschaft ist ein sehr schönes Lokal, es gibt nichts zu meckern und Service sowie Qualität von Speis und Trank sind über jeden Zweifel erhaben und sollen auch monetär anerkannt bleiben – aber doch bitte die Kirche im Dorf lassen!

Ich bin als Alleinreisender für 1 Glas Wein, Klammkuchen und Käse mit einer Rechnung von € 50.- konfrontiert worden. Wer hier mit Familie speist und ein paar Gläser Wein trinkt, vielleicht noch Softdrinks dazu, der braucht einen Goldesel. Dabei wäre die Lage und das Ambiente sehr dazu angetan sowohl Touristen, wie auch Geschäftsleute und Stammgäste anzuziehen, und wer bodenständige Preise hat, der verkauft ja auch mehr, aber leider liegt die Preispolitik des Wirtes hier komplett daneben.

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