Freitag, 22.09.2017 15:23 Uhr

Teneriffa Hard Rock

Verantwortlicher Autor: U. Rembor Teneriffa, 27.08.2017, 20:28 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Eugen Rembor Bericht 2900x gelesen
Hard Rock Hotel Resort Teneriffa
Hard Rock Hotel Resort Teneriffa  Bild: Uwe Rembor

Teneriffa [ENA] Die Hard Rock Hotelkette ist eine schnell wachsende Hotelgruppe. Das im Oktober auf Teneriffa neu eröffnete Ressort war Grund genug, unseren Reporter Uwe Rembor zum Hoteltest Sommer 2017 dorthin zu schicken. Das Hard Rock Hotel Teneriffa liegt im Süden der Insel.

Die Anfahrt vom Flughafen dauert nicht lange. Die zu Spanien gehörende Vulkaninsel Teneriffa, die unmittelbar vor der Nordwestküste Afrikas im Atlantischen Ozean liegt, ist eines der faszinierendsten Reiseziele der Welt. Als wir vorfahren, steht eine weiße Stretch-Limousine und eine Reihe auf Hochglanz polierter Jeep Grand-Cherokee vor der Tür. So stellt man sich ein 5 Sterne Hotel vor. Bell-Boys mit Gepäckwägen eilen uns entgegen – das gefällt mir schon mal, denn wer will sich schon als Gast – speziell bei dieser Hitze – mit dem stressigen Entladen und Kofferschleppen herumschlagen müssen?

Auch Security Personal ist zu sehen, beruhigend, denn über die breite Auffahrt und die großen, offenen Doppeltüren könnte ein Verrückter ohne Probleme bis in die Lobby durchfahren und würde wohl erst an der mittig platzierten Showbühne zum Stehen kommen. Gut, dass es in der Lobby nach drei Seiten Fluchtwege gibt. Angesichts der Anschläge in Barcelona drängen sich solche Gedankengänge ungewollt auf. Beim Einchecken könnte Alles so schön schnell und unkompliziert gehen. Die Wartezeit könnte danke der zahlreichen Counter, kurz sein. Aufmerksam werden uns Willkommensdrinks angeboten, die wir aber leider erst nach ca. 15 Minuten sehen als wir uns eigentlich gerade auf dem Weg ins Zimmer machen wollen.

Lobby

Meldezettel ausfüllen, Kreditarte durchziehen lassen, fertig. Als wir allerding von dem Angebot Gebraucht machen, Halbpension dazu zu buchen (€ 25.- pro Tag und Person für Abendessen inkl. Eines alkoholischen Getränkes klingt gut) textet uns der Angestellte minutenlang zu und benötigt noch einmal alle persönlichen und Kreditkartendetails, die er umständlich eingibt. Warum – das weiß wohl nur er alleine. Wir begeben uns auf unser Zimmer im 10. Stock. Das Hard Rock Hotel Tenerife nennt die sonnige Südküste in der Nähe von Adeje sein Zuhause. Das Strandresort verteilt sich über zwei Türme, den Oasis und den Nirvana Tower, mit drei glitzernden Pools, die sich über die gesamte Hotelanlage und den Erholungsbereich erstrecken.

Für Tagungen und Veranstaltungen bietet das Hotel zudem auch ein 620 m2 großes hochmodernes Tagungszentrum, das bis zu 700 Leute aufnehmen kann. Zusätzlich zu all dem bietet das Hotel auch vielfältige Restaurant- und Unterhaltungsangebote, spezielle Clubs für Kinder und Jugendliche sowie einen Beach Club. Über 500 Angestellte bietet ein gutes Verhältnis von Gast zu Service. Alle Zimmer verfügen über iPhone-Dockingstations und einen 43-Zoll-Flachbildfernseher. Zusätzlich zu den 624 Zimmern und 259 Suiten verfügt die Anlage auch über 16 behindertengerechte Zimmer und 89 miteinander verbundene Zimmer, damit Familien genug Platz haben und sich über zwei Zimmer ausbreiten können.

Unpraktische Zimmer

Alle Zimmer haben Balkon und Blick auf den Atlantik oder die Pools, auch unser Zimmer. Was uns auffällt ist dass es wenig Stauraum gibt. Für eine dreiköpfige Familie ist der einzige Schrank viel zu klein. Die Toilettentür lässt sich nicht richtig schließen und schon gar nicht ver-schließen. Die Waschbecken befinden sich im Schlafbereich, das ist blöd, denn geht man nachts zur Toilette, so weckt man beim anschließenden Händewaschen die ganze Familie. Von der Decke tropft massiv Wasser – ein Schaden der während der ganzen Woche nicht behoben wurde. Was ganz witzig ist: Man kann sich eine Gitarre leihen und auf dem Zimmer spielen, seinen eigenen Sound Track kostenlose downloaden und in den Suiten eine eigene DJ Anlage bestellen.

Insgesamt gibt es 4 Pools

Nachdem wir dann doch irgendwie unser ganzes Gepäck verstaut hatten, fuhren wir mit dem Fahrstuhl ins Erdgeschoß. Sofort beim Öffnen der Lift-Tür schallte uns Hard-Rock Musik entgegen in einer Lautstärke und Klangqualität, dass es mir die Haare nach hinten föhnte, den Bruch raus sprang und das Brillenglas zerbarst. Konsequenterweise beginnt die Beschallung täglich um 7 Uhr früh und zieht sich, dank eines ausgeklügelten All Wetter Sound-Systems von Bose durch die gesamte Anlage, so dass unnötige Unterhaltungen oder langweilige Ruhe zu Gunsten permanenten Stimmtrainings und Gehörstählung ausfallen konnten. An unserem ersten Abend probierten wir das Buffet Restaurant „Sessions“ aus. Und sind beeindruckt:

Essen Spitzenklasse - Service Unterirdisch

Die Präsentation und die Auswahl sind fulminant und die Qualität überraschend hochwertig. Nur schade dass man nach dem ersten, inkludierten Getränk keine weiteren, auch nicht gegen Bezahlung bestellen kann. Wir hätten gerne noch ein Glas Wein getrunken aber es ließ sich kein Kellner mehr sehen. Wir ziehen um auf die Penthaus Bar „The 16th“ Hier bieten sich spektakuläre Panoramen des Atlantiks, man sitzt oder liegt auf Sofas, Sesseln oder Betten und genießt sehr gute Cocktails bei Live-Musik unter freiem Himmel und kann sich am Sonnenuntergang über dem Meer nicht satt sehen.

Am nächsten Tag sehen wir uns die Hotelanlage an. Sonnenanbeter kommen hier dank des ausgezeichneten Klimas und der riesigen Auswahl an Stränden ganz bestimmt auf ihre Kosten. Ganz gleich, ob man schwarzen Vulkansand, feinkörnigen weißen Sand, kleine einsame Buchten oder belebte und betriebsame Strände bevorzugt, man wird den perfekten Ort finden, um sich entspannen und die Sonnenstrahlen genießen zu können. Im Hard Rock Hotel kann man auch zwischen drei verschiedenen Pools wählen, und über einen Zugang zu einer natürlichen Salzwasser-Lagune und spektakulären Felsen Stränden mit natürlichen Tidal-Pools gelangen, wo man Fische, Seesterne und jede Menge Krebse im kristallklaren Wasser beobachten kann.

Hard Rock Suite

Mit einem 1.094 m2 großen Innen- und einem 650 m2 großen Außenbereich bietet der Spa mehrere Thermalbecken, Salzgrotte, Sauna und Behandlungen. Das Fitness-Studio verfügt über die modernsten Geräte und bietet auch mehrere Fitness-Kurse an. Man kann sogar den perfekten Soundtrack für die Trainingseinheiten während des Aufenthalts auswählen. Logisch, dass auch ein Hard-Rock Shop nicht fehlen darf. Andre Läden und Supermärkte in denen man Alles anderes kaufen kann, gibt es keine 30 Meter entfernt auf der anderen Straßenseite. Der oder vielmehr die Kinderclubs sind auf den ersten Blick vielversprechend. Ein Kinderpool, Spielplatz, Minigolf (leider etwas Phantasie- du lieblos angelegt) lassen hoffen.

Zimmerbeispiel

Der Kleinkinderclub ist liebevoll ausgestattet und bietet ein abwechslungsreiches Programm. Der Club für die Größeren (unsere Tochter ist 8) enttäuscht mich, denn anstatt gemeinsames Spielen sitzen hier die Jugendlichen jeder für sich vor Spielkonsolen oder in Simulatoren – genau so stelle ich mir Freizeitgestaltung nicht vor. Und für Mädchen gibt es wenig bis gar nichts, das Angebot an die größeren Kinder scheint sich nur an Jungen zu richten. Wir beobachten das Publikum. Die Gäste kommen aus Deutschland, Groß-Britannien und anscheinend besonders viele aus Russland da die Beschilderung im Hotel neben deutsch und englisch auch in Russisch verfasst ist. Circa drei Viertel sind tätowiert.

Deutliche Schwächen

Das Gästeklientel scheint sich aus der Arbeiterklasse zu rekrutieren, was überrascht, denn billig ist das Hard Rock Hotel wahrlich nicht. Die Getränke gehen grade noch so, aber a la Carte speisen ist hier sündhaft teuer. Der Beach Club Pool öffnet leider erst um 10 Uhr, was schade ist, denn gerade die spanische Sonne brennt gnadenlos und viele Gäste wären für einige frühe, nicht ganz so heiße Stunden am Pool dankbar. Am Pool gibt es Massagen, private Strandhütten mit eigenem Jacuzzi, ein Restaurant, eine Open Air Bühne und eine Bühne mitten im Pool. Ausreichend Liegen und Schirme sind vorhanden. Als ich die Toilette benutzen will, bemerke ich dass die halbe Wand fehlt und der Blick auf die WC Schüssel frei liegt.

Auch in der Hotellobby sind von 7 Toiletten 5 nicht zu gebrauchen – entweder auf Grund des hygienischen Zustandes oder weil auch hier Türen oder Wände fehlen – was machen die hier? Zu Mittag möchten wir in das Pool Resaurant „Beach Club“ gehen und werden am Eingang abgefangen. Leider seien alle Tische reserviert, wir möchten doch bitte an der Bar warten. Komisch, denn wir sehen viele freie, eingedeckte Tische, und werden nach 15 Minuten an genau einen von diesen geleitet. Das hätten wir auch schon früher haben können, das mit den Reservierungen war Quatsch. Es dauert ewig bis jemand unsere Bestellung entgegennimmt und nochmals ewig bis das Essen kommt. Leider hat man auch die Bestellung nach zusätzlichem Brot vergessen.

Lobby

Das Essen sieht nicht nur sehr gut aus, sondern schmeckt auch fabelhaft, aber Service ist grausam. Und die Preise rauben einem den Atem. Am Abend steigt auf der open-air Bühne am Pool ein Life Konzert. Dank intelligenter Akustik und dem Verzicht auf schallisolierte Doppelfenster kann man auch im 16. Stock bis Nachts um 1 Uhr jede einzelne Note in Dolby-Surround genießen. Ob man will oder nicht. Den Versuch von Familien ihre Kleinkinder in den Schlaf zu bringen, überlasse ich der Fantasie der Leser. Am nächsten Tag wollen wir einen der Jeeps mieten, die auf der Webseite so dargestellt werden, als könne man sie mieten. Doch Fehlanzeige: Die sind nur VIPs für den Flughafen-Transfer vorbehalten.

Lobby

Um ein Auto zu mieten werden wir an der Europcar Schalter verwiesen, der verwaist ist, übrigens die meiste Zeit. Nur einmal haben wir dort eine Dame der Autovermietung gesichtet. Am Abend probieren wir eines der anderen Restaurants aus, das „Narumi“ – japanische Spezialitäten mit einem Teppanyaki Tisch. Das Essen war auch hier erstklassig, der Service stimmte auch wenn die Getränkebestellung nicht funktioniert hat – es ist bis heute unklar ob es den Orangensaft für unsere Tochter nicht gab oder man nicht verstanden hatte was wir wollten. Am nächsten Tag mieten wir uns einer der drei privaten Cabanas am Beach Pool, schließlich darf es im Urlaub ruhig etwas Luxus sein.

Die Hütten haben Sofa, Tisch, Liegen, Sonnenschirm und einen privaten Jacuzzi und sind abgeschirmt von der Menge. Der Spaß ist kostenlos erfordert aber einen Mindestverzehr von € 200.- am Tag. Für eine Gruppe von Leuten rechnet sich das schnell, für uns beiden Erwachsenen plus Kind weniger, aber wir beschließen und zum Mittag Hummer und Cocktails zu bestellen und werden auch dieses Mal nicht enttäuscht: Der Hummer ist traumhaft, die Vorspeisen lecker und die Investition war es wert. Das Geländer der Pooltreppe ist locker und ich quetsche mir die Hand ein, ein böser, gefährlicher Missstand der die ganze Woche lang nicht behoben wurde – das geht gar nicht, hier geht es um Sicherheit.

Suite

Die aufgebaute Massagestation ist verlockend, wir würde gerne zwei Massagen buchen aber leider lassen sich die Masseure die an anderen Tagen da waren, heute den ganzen Tag nicht sehen – schade, nicht sehr geschäftstüchtig und frustrierend für Gäste wie uns. Den heutigen Abend verbringen wir im „3rd Half“ Restaurant, wo es American Food gibt, also Burger, Nachos und Co. Die beiden großen Bildschirme mit Sport-Übertragungen sind leider viel zu laut und zu nervig, das Essen gut – der lokale Küchenchef aus Teneriffa hat seine diversen Restaurants exzellent im Griff – die Qualität des Essens ist überall über jeden Zweifel erhaben.

Wahrscheinlich auch deshalb kommen auch viele Einheimische als Gäste ins Hard Rock Hotel, besonders am Wochenende, hier sollte man als Hausgast unbedingt reservieren! Das Aliole ist ein Restaurant mit Interpretationen der mediterranen Küche und typischen spanischen Gerichten. Gerade das beste und teuerste Restaurant, das Montauk Steakhaus bot den schlechtesten Service. Erst nach geschlagenen 30 Minuten waren die Drinks auf dem Tisch und dann war der bestellte Wein nicht einmal verfügbar – das darf nicht passieren. Nach ganzen 40 Minuten kamen dann endlich die Steaks. Der Oberkellner war ein Traum konnte aber den restlichen schlechten Service leider nicht wettmachen.

Und die Preise sind hier eine Unverfrorenheit und sprengen auch ein üppiges Urlaubsbudget. Des Weiteren gibt es noch das UTC um zu sehen und gesehen zu werden und den Coffee Shop Constant Grind. Die haben wir nicht mehr ausprobiert. Fazit: Das Hard Rock Hotel Teneriffa hat Potential. Größte Schwäche ist der unprofessionelle Service und die mangelhafte Haustechnik. Schön sind die Lage am Meer, die Felsenküste und die Hotelanlage die nur wenige Wünsche offen lässt. Das Essen ist hervorragend, das Publikum laut, feierwütig und trinkfreudig. Gut, man ist im Hard Rock Hotel und kann das erwarten. Der gleichzeitige Spagat zum Familienhotel ist nicht ganz gelungen.

Man kann wiederkommen, muss aber nicht. Für mich fehlt der „Wow Effekt“ und der schlechte Service war ärgerlich. Einige Schwächen sind für ein Haus dieser Kategorie und Preisklasse unverzeihlich.

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