Freitag, 26.04.2019 04:02 Uhr

Disney World – The Magic… has gone

Verantwortlicher Autor: Uwe Rembor Orlando, 19.03.2019, 14:34 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Eugen Rembor Bericht 3955x gelesen
Disney World Orlando
Disney World Orlando  Bild: Uwe Rembor

Orlando [ENA] Es war einmal ein Land der Träume, indem Kinder und Erwachsene einfach nur Freude haben konnten, wo man spontan tun und lassen konnte was man wollte, wo man sorglos in den Tag hineinhüfen konnte, wo man auch aus bescheidenen Verhältnissen kommend die Freude, Herzenswärme und den Service erleben

konnte, den Walt Disney für den Themenpark erträumt hatte, den er nicht mehr erleben durfte. Anfang der Neunziger erbaut war Disney World eine Oase in einer sich touristisch entwickelnden Region und charmant und liebevoll. Heute, viele Jahre später, wurde aus dem Land der Träume ein Land der eiskalten Abzocke und des unpersönlich abgespulten Gespräches, und Gründer Walt Disney hätte sich das wohl so nicht vorgestellt. Über die Jahre haben wir insgesamt sechs Mal Disneys Magical Kingdoms besucht und die Entwicklungen eng verfolgt. In den Anfangsjahren konnte man für angemessenes Geld die Parks besuchen, Warteschlangen gab es selten, die Preise waren normal.

Heute muss man einen Besuch wirklich generalstabsmäßig planen was einem bereits im Vorfeld die Lust nimmt, denn Raum für Spontanität und für gerade das tun worauf man Lust und Laune hat, gibt es keinen mehr. Und die Preise sind derart ins astronomische gestiegen dass der Disney Konzern mittlerweile Kredite anbietet damit ein Besuch in Disneyland machbar wird! Zahle man in den Anfangszeiten für ein 3 Tagespass der Eintritt in alle Disneyparks erlaubte, noch unter USD 100, so legt man heute unverschämte € 300.- für ein 2-Tagesticket ab – pro Person, wohlgemerkt! Damit ist dann Vater, Mutter, Kind schon mal bei einem runden Tausender, ohne auch nur einen Fuß nach Disneyworld gesetzt zu haben.

Das Parken kostet USD 25.- und wenn man nicht in der Gluthitze Floridas kilometerlange Wege über Parkplatzasphalt in Kauf nehmen möchte, kostet das Parken in den Reihen die dem Eingang am nächsten sind, USD 50.- Grob gerechnet macht Disney alleine an Parkgebühren im Jahr mindestens USD 100 Mio. Gewinn. Herzlichen Glückwusch beim Abzock-Konzern. Da die Parks in ihrer grenzenlosen Gier mehr Menschen einlassen als verkraftbar sind, sind Wartezeiten von 60 bis 180 Minuten die Regel. Das heißt mit anderen Worten: Zwar greift man ein Vermögen an Eintrittspreisen ab, aber dafür kann der Besucher noch lange nicht alle Attraktionen auch in Anspruch nehmen kann.

Das heißt man zahlt im schlechtesten Falle für gar nichts, oder man schafft gerade mal 3 Fahrgeschäfte an einem Tag und muss dann – clever gemacht – einfach noch ein paar Mal kommen, für weitere Tagestickets natürlich. Aber Disney wäre nicht Disney wenn es nicht dafür auch eine (kostenpflichtige) Lösung gäbe: Den „Fast-Pass“. Der kostest USD 120.- pro Person – nutzt aber gar nicht so viel, denn: Während früher nur so viele Fastpässe verkauft wurden, wie Besucher planerisch untergebracht werden konnten (Betriebsstunden x Fahrgastkapazität / Anzahl Besucher pro Tag) hat nun praktisch jeder einen Fast Pass, sodass es keine Garantier gibt dass die Wartezeiten bedeutend kürzer werden!

Es würde ja ganz einfach helfen nur so viel Besucher in den Park zu lassen wie dieser verkraften kann, und dann Schluß – man könnte ja vorbuchen um unnötige Anfahrten zu vermeiden, aber auf diese Art & Weise kann man halt doch einfach mehr Kohle abgreifen. Da ist es dann auch schon egal dass man in den beliebten Restaurants bis zu einem (1) Jahr im Voraus Sitzplätze reservieren muss. Ich weiß ja nicht was ich nächstes Jahr am 19. September mach, Sie? Und damit keiner auf den Gedanken kommt zu sparen, gibt es nur 1 (ein) Menü, das USD 60.- pro Person kostet, ohne Getränke und ohne die üblichen 20 % Trinkgeld natürlich.

Es ist kein Scherz wenn finanzgeplagte Familienväter mit dem T-Shirt herumlaufen, auf dem steht „Teuerster Tag im Leben“ – selbst mit dieser bitteren Erkenntnis macht Disney noch Geld durch den Verkauf der T-Shirts. USD 900.- Eintritt, USD 50.- parken, drei Mal Fast Pass 360.- macht schon mal eben USD 1310.- selbst ohne Restaurantbesuch. Da man essen und trinken muss vielleicht ein Hot Dog? Ja gerne – für USD 14.- pro Würstchen. Dazu noch diverse Souvenirs und natürlich die Erinnerungsfotos die Durchschnittlich mit USD 72.- für den Digital-Download zu Buche schlage, kommt man locker auf über USD 1.500.- für einen einzigen Tag Disney-Magic, Verzeihung, ich wollte schreiben „Disney Kommerz-Folterkammer“.

Dabei sind aber Flug-und Hotelkosten nicht mal enthalten, die kommen für die meisten Touristen noch dazu. Kein Wunder dass zumindest US-Amerikaner da gerne mal den Disney Kredit annehmen und sich auf Jahre verschulden, anders ist es nicht zu erklären dass man Heerscharen von einkommensschwachen Großfamilien mit Hispano und Afro Hintergrund sieht und sich fragt „Wie schaffen die das?“ Aber die US Kultur ist eben anders: Lebe heute und mach Dir Gedanken über die Rückzahlung wenn die Bank an der Tür klingelt. So ist ja auch die Finanzkrise entstanden, als Banken jedem einen Kredit aufdrückten, egal ob der Sicherheiten hatte und ihn zurückzahlen konnte oder nicht.

Wer sich nicht verschulden will um mal einen Tag Mickey Maus zu sehen, der sollte entweder erst gar nicht hinfahren, oder vorab Disneyland Paris ausprobieren, wo zumindest für viele Deutsche die Anreisekosten geringer ausfallen. Wer trotzdem Florida liebt, dem seien die vielen anderen Themenparks empfohlen, die es an jeder Ecke gibt. Six Flags, Busch Gartens, Knotts Berry Farm und wie sie alle heißen. Weil, Achterbahnfahren und sich in der Geisterbahn gruseln geht auch wenn nicht Disney drauf steht. Und an anderen Attraktionen wie Cap Kennedy Space Center, Key West, den Everglades und ungezählten kleinerer aber nicht minder tollen Attraktionen von denen Europäer nur träumen könne, gibt es in Florida eh genug.

Und sei es nur eine Runde Minigolf in einer Hollywoodreifen Kulisse mit lebenden Alligatoren die man füttern darf, einem Erinnerungsfoto mit Baby Alligator im Arm für schlappe USD 10.- - das haben wir alleine in Orlando 3 Mal erleben dürfen. Und einen Ausflug an den Strand in Coco Beach und das schöne Pier, sowie den "Bezaubernde Jeanny" Park gibt es sogar kostenlos.

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