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Antarktika – eine Ausstellung über Entfremdung

Verantwortlicher Autor: Uwe Rembor Antarktis, 04.02.2019, 15:17 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Eugen Rembor Bericht 3888x gelesen
Antarktika
Antarktika  Bild: Uwe Rembor

Antarktis [ENA] Die Antarktis als konzentriertes Bild der vergletscherten Gesellschaft beschrieb der Regisseur Michelangelo Antonioni in den 1960er Jahren in einer Skizze zu einem nie realisierten Film. Wenn in diesem Zusammenhang, metaphorisch verdichtet, von Entfremdung die Rede ist, handelt es sich um eine

paradoxe Kategorie: einen Zustand des gleichzeitigen Beteiligt- und Unbeteiligtseins. Die Ausstellung „Antarktika“ denkt diese Konfiguration weiter und versammelt insbesondere jüngere Positionen der Gegenwartskunst. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich mit dem Verhältnis von Subjekt und Rolle im zeitgenössischen Portrait, rücken die erodierte Grenze zwischen Arbeit und Freizeit ins Zentrum von Foto- und Videoarbeiten zwischen Dokumentation und Performance und zeigen die Signatur der Konsumkultur unserer Gegenwart in perfekt komponierten Bildern. Die Kuratoren der Kunsthalle Wien, Vanessa Joan Müller und Nicolaus Schafhausen, haben die Werke von 18 internationalen Künstlern zusammengestellt und zeigen die

Ausstellung noch bis zum 17. Februar 2019. Führungen mit den Kuratoren auf Anfrage. Führungen durch Kunstvermittler finden jeden Sonntag um 15 Uhr statt. Aber was ist eigentlich ein Kunstvermittler? Kunsthistoriker, die sich für den Beruf der Kunst- und Kulturvermittler entscheiden, haben ein hartes Los gezogen. Geringe Bezahlung, schlechte Verträge und viele Stunden Gratisarbeit stehen an der Tagesordnung. Es wird Zeit, dass sich etwas ändert. "Träume sind Schäume" ist ein beliebter Spruch, den ich noch aus Kindheitstagen kenne. Das bedeutet, die Traumwelt hat nichts mit dem realen Leben zu tun. Ignorieren wir Freud und übersetzen den Spruch auf die Realität der Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker,

so kann man tatsächlich erkennen, dass der Berufswunsch oft nur ein Traum bleibt. Wie in vielen anderen geisteswissenschaftlichen Studien ist man als Kunstgeschichtestudentin natürlich nicht ganz so optimistisch bei der Jobsuche wie vielleicht eine Absolventin des Juridicums oder der Wirtschaftuniversität. Mehr Studierende Trotzdem muss man festhalten, dass es in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden ist, als Kunsthistorikerin einen studiennahen Job zu finden. Die stetig steigende Anzahl von Studierenden ist ja nichts schlechtes, sondern im Gegenteil, eine positive Entwicklung. Wo aber all die Absolventen untergebracht werden sollen, steht auf einem ganz anderen Blatt geschrieben.

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