Montag, 11.12.2017 03:08 Uhr

EU-Strategie gegen Online-Fake-News

Verantwortlicher Autor: Gerhard Rippert Brüssel, 14.11.2017, 09:32 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 4604x gelesen
Fake News online
Fake News online  Bild: CC0 Creative Commons - pixabay

Brüssel [ENA] Die EU-Kommission hat eine öffentliche Konsultation zu Fake News und Online-Desinformationen gestartet sowie eine hochrangige Expertengruppe mit Vertretern von Wissenschaft, Online-Plattformen, Nachrichtenmedien und Organisationen der Zivilgesellschaft eingerichtet.

Nachdem Online-Plattformen und andere Internetdienste neue Möglichkeiten der Kommunikation, Diskussion und Sammlung von Informationen geschaffen haben, sind mittlerweile ständig Meldungen im Umlauf, wonach insbesondere Wahlen in demokratischen Staaten durch sogenannte Fake-News manipuliert werden. Die Verbreitung von Nachrichten, die die Leser bewusst irreführen sollen, wächst sich zunehmend zu einem Problem für das Funktionieren unserer Demokratien aus und verfälscht die Art und Weise, wie Menschen die Wirklichkeit wahrnehmen. Um die derzeitige Lage im Hinblick auf Falschmeldungen zu analysieren und um gegebenenfalls legislative Maßnahmen zu entwickeln, hat die EU-Kommission eine Strategie gegen die Verbreitung von Fake-News erarbeitet.

Bürgerbefragung

Bürgerinnen und Bürger, Plattformen für soziale Medien, Nachrichtenorganisationen, Forschende und Behörden sind aufgerufen, bis Mitte Februar bei der öffentlichen Konsultation ihre Ansichten zur Verbreitung von Fake-News zu äußern. Dabei will die Brüsseler Behörde Meinungen erfahren, welche Maßnahmen denn auf EU-Ebene getroffen werden müssten, damit die Bürger im digitalen Zeitalter zuverlässige und geprüfte Informationen finden können.

Dementsprechend soll die Befragung das Ausmaß des Problems erfassen, nämlich wie und inwiefern Online-Desinformationen erkannt werden und ebenso in welchem Umfang den unterschiedlichen Medien überhaupt Glauben geschenkt wird. Zudem erfasst die Befragung eine Bewertung bereits getroffener Maßnahmen von Plattformen, Nachrichtenmedien und Organisationen der Zivilgesellschaft, die sich heute schon gegen die Verbreitung von Online-Fake-News richten. In die Zukunft gerichtet soll der Fragenkatalog Erkenntnisse über mögliche künftige Maßnahmen liefern, die der Verbesserung des Zugangs der Bürger zu zuverlässigen und geprüften Informationen und zur Verhinderung der Verbreitung von Online-Desinformationen dienen.

Hochrangige Expertengruppe

Zur Beratung durch Experten hat die-EU Kommission ihre Aufgabenstellungen so präzisiert: Auslotung des Problems, Festlegung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten der betreffenden Interessenträger, Erfassung der internationalen Dimension, Bestandsaufnahme der betreffenden Standpunkte und Formulierung von Empfehlungen. Die Gruppe der Fachleute soll nach Möglichkeit mit mehreren Vertretern der einzelnen Fachbereiche aus Wissenschaft oder Zivilgesellschaft besetzt sein. Bis Mitte Dezember läuft die Bewerbungsfrist für eine Mitarbeit in der Expertengruppe, für die größtmögliche Ausgewogenheit angestrebt wird und die ihren Abschlussbericht zum April 2018 vorlegen soll.

In ihrer Strategie gegen die Verbreitung von Online-Fake-News betont die EU-Kommission die Notwendigkeit, einen Gleichklang zu erreichen. Nämlich einerseits die Wahrung der Meinungsfreiheit, der Medienvielfalt und des Rechts der Bürger auf Zugang zu unterschiedlichen und zuverlässigen Informationen. Auf der anderen Seite muss eine offene und breite Diskussion über Fake News angestoßen werden, um die Herausforderungen bei diesem komplexen Thema bewältigen zu können. Geplant ist, die Ergebnisse der öffentlichen Konsultation und Eurobarometer Umfrage zusammen mit dem Bericht der Expertengruppe den politischen Entscheidungsträgern in einer offiziellen Mitteilung über Fake News und Online-Desinformation im Frühjahr 2018 vorzulegen.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.