Mittwoch, 26.09.2018 16:45 Uhr

Kennen Sie Francesco Scerra?

Verantwortlicher Autor: U.Rembor Leipzig, 22.01.2018, 11:44 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Eugen Rembor Bericht 3540x gelesen

Leipzig [ENA] Chinabrenner – ein interessanter Name. Auch die Kritik in einem Leipziger Restaurantführer war interessant genug um mich zu einem Besuch des Restaurants zu veranlassen. Nachdem ich zunächst meinem Navi nicht traute und 2-mal an dem Lokal vorbeifuhr – die Gegend ist abgelegen, düster, graffitös verunstaltet, unbehaglich - entdeckte ich das verschmierte Gebäude dann doch.

Positiv war einzig der Umstand dass man ganz gut einen Parkplatz findet, obwohl ich angesichts der Gegend mein Auto am liebsten mit ins Lokal genommen hätte. Der Eingang zum Restaurant ist nicht leicht zu finden, und erschwerend kommt hinzu dass es gleich zwei Eingänge gibt, aus unerfindlichen Gründen einen nur für die Mittagszeit und einen anderen auf der anderen Seite des Gebäudes für Abends. Am Eingang wurde ich flapsig und unhöflich von eine gepiercten Bedienung begrüßt, die – angesichts eines komplett leeren Restaurants, fragte ob ich reserviert hätte und wenn nicht ich doch gefälligst sagen soll dass man mich platziert – nur um dann zu sagen dass es ziemlich egal ist wohin ich mich setze.

Eigentlich hätte ich am liebsten sofort umdreht und wäre gegangen, aber ich hatte Hunger und wollte nicht wieder 15 Minuten zurück in die Innenstadt fahren um mir dort ein neues Etablissement zu suchen. Ich nahm also Platz und betrachtete mir das Ambiente: Fabrikhalle. Gemütlich geht anders. Die Karte kommt und löst erstmal Schnappatmung aus. Ein Glas Wein 0,2 L für € 6,80 – bin ich hier in einer Apotheke gelandet? Die Bestellungen sind kompliziert und umständlich: Zuerst kann man sich aus einem Bilderbuch die gewünschten Gerichte aussuchen, dann auf einer separaten Preisliste nachsehen ob es das gewünschte Gericht gerade überhaupt gibt und was es kostet, dann auf der Preisliste ankreuzen.

Die Auswahl ist winzig und zeugt von der Faulheit der Küche. Die Preise sind für Leipziger Verhältnisse und für ein China-Restaurant eine an den Haaren herbeigezogene Frechheit, und, wie sich später herausstellen wird, durch nichts gerechtfertigt. Das Essen steht nach nicht mal 1 Minute vor mir – was zeigt dass hier nicht frisch gekocht wird. Servierten kennt man anscheinend nicht und so tropft mir unangenehm die Sauce vom Kinn. Ich hatte gebratene Paprika bestellt und bekomme gebratene Peperoni geliefert. Der Koch scheint den Unterschied nicht zu kennen.

Das bestellte Huhn mit Erdnüssen entpuppt sich als eine Schale mit ¾ Erdnüssen und mikroskopischem kleinen Spurenelementen von Hühnerfleisch, als Füllstoff dienen große grobgeschnittene Paprikastücke – so kann man auch einen Teller füllen. Das als „pikant“ ausgelobte Gericht ist von einer letalen Schärfe und kann Allergiker töten. Das ganze Erlebnis wurde mit Punkmusik untermalt. Das einzige chinesische an diesem Laden war wohl das Flaschenbier, denn werde Bedienung noch Küche wurden auch nur annährend der berühmten chinesischen Esskultur gerecht. - Brauch ich jetzt nicht. Chinabrenner – das Einzige was hier verbrannt wird ist das Geld und die Zeit der Gäste.

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