Mittwoch, 26.09.2018 16:45 Uhr

Ethik der Arbeit im Islam

Verantwortlicher Autor: U.Rembor Leipzig, 24.02.2018, 15:22 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Eugen Rembor Bericht 4674x gelesen

Leipzig [ENA] Prof. Dr. Dr. h.c. Fried Oelschlegel lebt seit 16 Jahren in Saudi-Arabien, und dort in der heiligen Stadt Mekka, die normalerweise für Nicht-Muslims tabu ist. Dort berät er die Regierung in Sachen Gesundheitspolitik und –Versorgung. Er dürfte also wie kaum ein Zweiter die Kompetenz haben, westliche und orientalische Mentalitäten zu vergleichen und Problematiken zu erkennen die entstehen, Kulturkreise kollidieren.

Das Bildungskonzept im Islam ist zum überwiegenden Teil auf das Studium des Korans ausgelegt. Auf der Mittelschule müsse Schüler die ersten 15 Suren, Schülerinnen die ersten 10 Suren des Korans auswendig rezitieren können. Dieses Studium nimmt großen Raum ein, so dass für andere Fächer wie Mathematik, Naturwissenschaften oder Kunst kaum Raum bleibt. Das führt automatisch zu einem Nachteil im Bildungswettbewerb gegenüber westlichen (Aus)Bildungskonzepten. Grundlegendes Basiswissen und langjährige gelernte und erworbene Erfahrungen fehlen. Somit muss die erhoffte Bereicherung des deutschen Arbeitsmarktes durch Fachkräfte eine Utopie bleiben.

Jeder der in einem arabischen Land einmal einen Handwerker bestellt hat und die Erfahrung machen musste dass jeder Amateurbastler mehr Sachverstand und Akribie an den Tag legt als vermeintliche Profis die es beruflich machen, weiß davon ein Lied zu singen. Auch das Fehlen eines hohen Industrialisierungsgrades in den meistens islamischen Ländern führt dazu, dass kaum ein Arbeiter an modernen Werkzeugen oder Maschinen ausgebildet ist, was ihn für den Arbeitsprozess in Europe untauglich macht. Während in unserer westlichen Arbeitsethik der Grundsatz gilt „die Arbeit ist eine Pflicht, ihr ist alles andere unterzuordnen“, gilt für einen Muslim der Grundsatz: „das befolgen des Koran ist Pflicht, alles andere ist ihm unterzuordnen“.

Wenn also ein Muslim, der dazu verpflichtet ist, am Tag 5 x sein gebet zu verrichten, davon drei während seiner Arbeitszeit verrichten muss und dafür eine Stunde benötigt, von seinem Arbeitgeber gebeten wird dafür eine Stunde länger zu arbeiten, so wird dieser mit Unverständnis und Ablehnung reagieren. Hat ein Arbeitgeber nun 10 muslimische Arbeiter im Betrieb, dann fehlen ihm rechnerisch täglich 10 Mannstunden, im Jahr rund 2.500 Mannstunden. Bei einem angenommenen Facharbeiterlohn von € 18.- / Stunde eine Betrag von € 45.000.-, die Herausforderungen in der Belegschaft wegen Ungleichbehandlung deutscher und muslimischer Arbeiter und Angestellter nicht mitgerechnet.

Dazu kommt die Problematik im Umgang mit weiblichen Kollegen oder gar Vorgesetzten. Im islamischen Raum sind Männer und Frauen strikt getrennt, haben keinerlei Kontakt. Weibliche Vorgesetzte gibt es nur äußerst selten und auch nur in liberalen Ländern wie Ägypten. Eine Anpassung von muslimischen Arbeitnehmern zu erwarten muss ein sehr optimistisches, unreales Szenario bleiben, da diese religiös-kulturellen Grundsätze tief verwurzelt, anerzogen und sanktioniert sind. „Familie“ und der im Islam übliche Nepotismus (die Angewohnheit, alle Stellen mit Familienmitgliedern zu besetzen, unabhängig von einer Eignung oder Qualifikation) bietet weiteres Konfliktpotential. Ein Muslim darf mit 4 Frauen gleichzeitig verheiratet sein.

Das bedeutet aber nicht, dass er im Laufe seines Lebens auf 4 Ehefrauen beschränkt ist. Grundsätzlich ist es sehr verbreitet sich von Ehefrauen scheiden zu lassen wenn diese keine (mehr) oder keine männliche Nachkommen gebären, und sich neu zu verheiraten. Die Ex-Ehefrau wird dann mit einem entfernteren Familienmitglied verheiratet um den Einflussbereich des Clans zu vergrößern. Zur „Familie“ in der Begrifflichkeit eines Muslims gehören Alles ihm Nahestehenden, dass kann auch ein Freund sein denn man „wie seinen Bruder“ liebt und als Bruder, als Familie betrachtet. Clans mit 23 und mehr Kindern sind überhaupt keine Seltenheit, was das Thema Familiennachzug zu einer hochbrisanten Zeitbombe macht.

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