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Der Kremser Schmidt

Verantwortlicher Autor: Uwe Rembor Wien, 03.07.2019, 09:11 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Eugen Rembor Bericht 3502x gelesen
Kremser Schmidt
Kremser Schmidt  Bild: Uwe Rembor

Wien [ENA] Ja der Kremser Schmidt, der alte Bazi! – Wer ist das überhaupt? Geboren wurde Martin Johann Schmidt, der Mann mit dem modernen Namen, als Sohn des Bildhauers Johannes Schmidt in Grafenwöhr, Österreich, wo er am 25. September 1718 (!) getauft wurde. Mehr?

Laut Überlieferung war er bereits zu Lebzeiten unter dem Beinamen Kremser Schmidt bekannt, etwa ab 1745 ist er als selbstständig arbeitender Künstler nachweisbar. 1768 wurde er als Mitglied in die Kupferstecher Akademie in Wien aufgenommen, für ihn eine besondere Auszeichnung. Allgemein heißt es, dass mit seinem Tod im Jahr 1801 die für Österreich so prägende Epoche des Barock zu Ende gegangen sei. Das Wirken seiner Schüler belegt das Gegenteil, sie trugen den Stil des Kremser Schmidt noch weit ins 19. Jahrhundert hinein.

Martin Johann Schmidt war vor allem als Maler im sakralen Bereich tätig. Er hinterließ aber auch profane und mythologische Darstellungen sowie ein umfangreiches zeichnerisches und druckgrafisches Oeuvre. Die Ausstellung die derzeit im Oberen Belvedere Museum in Wien stattfindet legt den Fokus gerade auf diese Werke. Insgesamt sind heute mehr als 1100 Arbeiten dokumentiert. Umfangreiche Gemäldeausstattungen von seiner Hand befinden sich etwa in Stift Seitenstetten oder in der Stiftskirche St. Peter in Salzburg. Doch auch in einem weiteren geografischen Umfeld in den heutigen Staaten Deutschland, Tschechien, Ungarn und Slowenien waren die Dienste des Niederösterreichers sehr gefragt.

Die Werke des Kremser Schmidt zeichnen sich durch ein charakteristisches Helldunkel aus, weshalb er mitunter auch „Österreichs Rembrandt“ genannt wird. Tatsächlich gelang es ihm, durch seine Form der Lichtregie und durch den Verzicht auf allzu viel Beiwerk besonderes Augenmerk auf die Bilderzählung zu legen. Seine Bilder sind einfach wunderschön anzuschauen und zeugen von wahrer Meisterschaft, einem Können das heute ausgestorben zu sein scheint.

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